Chronik


Aus der Dorfchronik geht hervor, dass unter dem Datum vom 24. April 1710 die erste "Feuerordnung" in Diemarden eigeführt wurde. "Die Einwohner und Soldateska sollen bei größeren Bränden den Diebstählen entgegentreten".

In den Jahren 1753 - 54 soll die erste Druckspritze nach Diemarden zum Klostergut gekommen sein. Als eine der ersten in der Umgebung.

Sechzig Jahre später, 1810, hieß es: "Auf den vormaligen Domänen und Klosterämtern befinden sich Feuerspritzen und Gerätschaften, diese sollen nach einer Königlichen Generaldirektion der Domänen billig an die Dorfgemeinden abgegeben werden." Mit Ledereimern wurde das Wasser in die Spritze gebracht.

Hundert Jahre später, am 1. April 1902 findet eine große Versammlung statt. Es wird eine Pflichtwehr aufgestellt, die in verschiedene Abteilungen eingeteilt ist.

Es wurde eine Saug- und Druckspritze gekauft, so dass nun eine wirksame Brandbekämpfung gewährleistet war. Brandmeister dieser Wehr war viele Jahre lang der Zimmermann August Schachtebeck.

Alle Jahre am dritten Pfingsttag zeigte die Pflichtfeuerwehr der Bevölkerung ihre Einsatzbereitschaft und ihr Können.

Klein- und Großbrände mussten z.B. 1922 bei Otto Schachtebeck, 1928 bei H. Degenhardt, 1929 und 1932 auf dem Klostergut bekämpft werden. Hinzu kommen Einsätze bei Bränden in Klein Lengden, Groß Lengden und Reinhausen.

In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg wurden im Landkreis die ersten Freiwilligen Feuerwehren gegründet. Weitere Unterlagen aus der Zeit bis zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Diemarden im Jahre 1937 liegen leider nicht vor. Nach vielen Jahren Pflichtfeuerwehr wurde am 25. April 1937 von 31 Kameraden unsere Freiwillige Feuerwehr gegründet. Der erste von den Mitgliedern gewählte Brandmeister war Ludwig Schäfer.

Der zweite Weltkrieg hat die Arbeit der Wehr eingestellt.

Durch den zweiten Weltkrieg musste auch die Feuerwehr leiden. Nach 1945 fand unter der Leitung des damaligen Oberbrandmeisters Grote von der Berufsfeuerwehr Göttingen die Neugründung statt. Ein gewisser Aufschwung kam in den Jahren 1946/47. Im April 1946 erwarb die Gemeinde die erste Motorspritze. Die Ausbildung und Schulung einer Gruppe übernahm der Brandmeister Steppad von der Freiwilligen Feuerwehr Göttingen. Fast alle Wettkämpfe wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Diemarden mit einer Gruppe beschickt und gute Plätze belegt. Absoluter Höhepunkt war der erste Platz beim Bezirkswettbewerb 1947 in Alfeld. Wehren aus Hildesheim, Göttingen, Northeim und vielen anderen Städten und Gemeinden wurden auf ihr Plätze verwiesen.

1947 wurde Eduard Tod zum Brandmeister gewählt. Die Mitgliederzahl ist inzwischen auf 40 gestiegen. Man beschloss daher die Mitglieder, die das 50. Lebensjahr erreicht hatten, als Ehrenmitglieder zu führen. Sie waren vom Dienst befreit und nahmen nur im Katastrophenfalle teil.


Viele Pokale und Urkunden sind Zeuge dieser gut ausgebildeten Wehr. Ein Datum geht besonders in die Vereinsgeschichte ein, es ist der 9. und 10. Juli 1950. "Kreisfeuerwehrfest" in Diemarden. Festlich geschmückt mit Girlanden und Grün war unser Dorf. Der Kampfplatz sauber hergerichtet. Vier große Zelte standen auf dem Sportplatz. "So ein Fest hat Diemarden selten gesehen". 3000 Menschen säumen die Straßen beim Festumzug. 30 Wehren nehmen am Wettkampf teil. Zwei Spielmannszüge, Rosdorf und Bovenden machten großeses Wecken. Zum Frühstück erscheinen 200 Personen und 30 Ehrengäste.

Die Festplakette, von Feuerwehrkamerad Walter Fischer entworfen, zeigt unser Wahrzeichen "den Warteturm".

Diemarden besiegte alle angetretenen Wehren in einer Glanzzeit von 64,5 Sek.


Feuerwehr-Ausfahrt zum Edersee im September 1951


1953 erhält Diemarden eine neue Motorspritze. 1954 übergibt Feuerwehrkamerad Walter Fischer der Wehr eine Fahne, die er selbst gemalt hat. Sie erweist den Kameraden in den nächsten Jahren viel Freude. Beim Feuerwehrfest in Grone z.B. musste unsere Wehr den Vorbeimarsch wiederholen, weil man die Fahne nochmals begutachten wollte.

Es wird eine neue Gruppe aufgestellt. Ausbilder und Führer dieser Gruppe ist Löschmeister Werner Lüther.

Hatten alle Angehörigen der bisherigen Gruppe das Glück ausgebildete Soldaten zu sein, wurde es nun aber anders. Die neue Gruppe kannte kaum Befehle, geschweige diese auszuführen. Im Klingelbrunnen, ja im Schützenhaus, damit sie von niemandem gesehen wurden, wurde ihnen die Ausbildung nahe gebracht. Aber sie lernten gut, waren gehorsam und es wurde eine gute Gruppe. Auch sie hat Siege und damit Pokale errungen.


Von 1947 bis 62 wurde die Wehr einige Male mit Erfolg auswärts eingesetzt. So beim Waldbrand "Waldschlösschen", zweimal Domäne Reinhausen, einmal Forstamt Reinhausen, einmal in Klein Lengden. Im Ort selbst bei L. Backhaus und beim Friseur Breithaupt.

Der Einsatz bei Breithaupt war dramatisch. Die Wehr gab dem verstorbenen Kameraden Heinrich Richter das letzte Ehrengeleit, am offenen Grabe. Während der Beisetzung wurde Alarm geläutet. In schwarzen Anzügen konnte das Feuer auf seinen Entstehungsherd beschränkt werden. Größerer Schaden entstand nicht.

Am 18.05.1959, am zweiten Pfingsttag, ging mittags ein schweres Gewitter nieder. Ein Wolkenbruch in Nähe "Knüll" brachte große Mengen Wasser ins Dorf. Berge von Boden und Steinen werden mitgerissen. Die Straßen sind zum Teil 20-25cm verschlammt. Ein Blitz hatte auch eingeschlagen, es entstanden jedoch keine weiteren Schäden.

 

Am 15. Dezember 1962 wurde in der Gaststätte Bieling das 25-jährige Jubiläum mit Fahnenweihe gefeiert. Die Fahne wurde von Kamerad Walter Fischer gestaltet.


Zur Kirmesfeier 1963 kam die alte Fahne nochmal zur Geltung. Hier wird sie von den "jungen Mädels" in Uniform im Umzug mitgeführt.


1967 wurde Karl Atmer zum Brandmeister gewählt und durch Bürgermeister H. Jühne in das Amt eingeführt (Bild links). Unter anderem wurde an Wettbewerben in Roringen teilgenommen (rechtes Bild).


1976 folgte dann Gerhard Füllgrabe auf den Posten des Ortsbrandmeisters. Am 15.04.1977 wird das erste Löschfahrzeug an die Freiwillige Feuerwehr Diemarden übergeben. Ein gebraucht gekauftes Löschgruppenfahrzeug (LF8) auf einem Hanomag Fahrgestell.

Zum 40-jährigen Jubiläum wurden neben einem Fest am 09. und 10. Juli 1977 Wettkämpfe (auch Jugendwettbewerbe) mit über 20 Gruppen durchgeführt.


Ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung unserer Feuerwehr war der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses in den Jahren 1979/80. In Eigenleistung unserer Feuerwehr wurden von über 60 Kameraden mehr als 1500 Arbeitsstunden erbracht. Das ehemalige Feuerwehrhaus mit seinem traditionellen Schlauchturm, am Thie gelegen, wird heute von der Gemeinde als Jugendraum genutzt. 1979 wurde auch ein neues Löschfahrzeug (LF8) von der Gemeinde angeschafft.


Das neue Feuerwehrhaus wird am 4. Juli 1980 eingeweiht. Es findet ein Tag der offenen Tür statt. Abends sind alle Feuerwehrkameraden mit Frauen eingeladen. 104 Personen nehmen teil. Selbst die Garage ist voll besetzt.


Die erste große Bewährungsprobe musste das neue Fahrzeug beim Hochwasser im Juni 1981 bestehen. Die Feuerwehr war drei Tage, mit bis zu 20 Kameraden, im Einsatz. Hier einige Daten: 54 gefahrene Kilometer im Ortsteil, 19 Pumpenbetriebsstunden mit LF8, 8 Stunden mit TS8, sieben Stunden die Wehren aus Klein Lengden, Groß Lengden und Gelliehausen. 200 Liter Benzin wurden verbraucht. Alles Schlauchmaterial war im Einsatz. 24 Stunden lang fiel der Strom aus. Insgesamt waren 83 Häuser vom Hochwasser betroffen.


Bei Bränden an der Köhlerhütte, im Steinbruch und in der Feldmark hat sich immer wieder gezeigt, dass die Freiwillige Feuerwehr Diemarden jeder Zeit einsatzbereit ist. Die Jugendfeuerwehr wird 1986 Kreismeister, die Wettkampfgruppe Gemeindepokalsieger.

Im Juni 1987 wurde das 50-jährige Bestehen unserer Wehr mit einem großen Fest in der Sporthalle gefeiert.



Seit Januar 1996 leitete Günter Hinz als Ortsbrandmeister die Freiwillige Feuerwehr Diemarden. Im Herbst 1996 wurde das Feuerwehrhaus in Eigenleistung umgebaut. Der Gruppenraum wurde durch eine Küche erweitert, so dass dort seitdem auch Familienfeiern stattfinden können.


Vom 30.05-01.06.1997 wurde an drei Tagen das 60-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Diemarden in der Reithalle des RSJV gefeiert. Neben den Gemeindewettbewerben wurden auch Pokalwettbewerbe durchgeführt.


Im Jahr 2005 wurde das Feuerwehrhaus erneut in Eigenleistung erweitert. Für das neue Löschfahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W) wurde eine größere Fahrzeughalle benötigt.


Im Mai 2006 war es dann soweit. Das neue Löschfahrzeug (TSF-W) wurde offiziell übergeben. Noch vor der offiziellen Übergabe erlebte das Fahrzeug seine Bewährungprobe bei einem Scheunenbrand im Bögelföhr. Durch Blitzschlag war das Gebäude in Brand geraten. Das neue TSF-W und das alte LF8 wurden bei diesem Einsatz eingesetzt.

Unter anderem machte eine Brandserie das Jahr 2006, mit über 30 Einsätzen, zum bis dahin einsatzreichsten Jahr der Feuerwehrgeschichte.


Aus dem "Werden und Geschehen der freiwilligen Feuerwehr Diemarden" Zusammengestellt von Löschmeister z.b.V Willi Behre und LM Werner Lüther